Auf der Suche nach einem Bildungssystem für das digitale Zeitalter

Vor ein paar Tagen habe ich die Aufzeichnung des sehr interessanten Webinars „Wie können politische Rahmenbedingungen erfolgreiches Lernen begünstigen?“ gesehen. Bei der Veranstaltung von e-teaching.org beschäftigten sich Oliver Janoschka und Anja C. Wagner (FrolleinFlow, http://flowcampus.com/ )  u.a. mit der Wirkung von Fördermitteln und Organisationsstrukturen an Hochschulen.

Besonders spannend war der anspruchsvolle Ritt durch das Bildungssystem und die Veränderungen, die die Digitalisierung fordert, von Anja C. Wagner ab 00:36. Ich möchte hier nicht alles zusammenfassen (schaut euch die Aufzeichnung und die Folien zu ihrem Vortrag an) aber grob und kurz gebe ich einige Aspekte, Herleitungen und Zusammenhänge vor:

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Übrigens: Digitale Bildung ist nicht E-Learning

Was war E-Learning?

E-Learning war in den 90er der Versuch traditionelle Bildungsformate / Bildungsangebote digital anzubieten. Die Lehr-Lernprozesse waren bei E-Learning-Angeboten die gleichen wie bei Angeboten in herkömmlichen Formaten. Es gab auch keine Veränderungen bei der Aufgaben- und Rollenverteilung: Die Lernenden lernen (mitarbeiten, Fragen beantworten, Tests absolvieren, Arbeitsergebnisse liefern …) und die Lehrenden lehren (vermitteln, beibringen, inhaltliche Strukturen erarbeiten, Material zur Verfügung stellen, Methoden ausarbeiten und anwenden, das Lerngeschehen insgesamt managen, Gruppen betreuen …). Es wurden Learn Management Systeme (LMS) geschaffen, die Klassenräume und Rollenverteilung abbildeten. Auch digitalisierte Selbstlernkurse, gerne Web Based Training genannt, waren in der Regel (Ausnahmen gab es) nichts weiter als eine elektronische Aufbereitung von gedruckten Inhalten, die man sich selbständig erarbeitet hat.
E-Learning wurde genauso gedacht wie das Office-Paket und andere Anwendungen: Schauen, was im „normalen“ Büroalltag passiert und das dann mittels Computern nachbauen.

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Fortbildungen für Lehrende: Was brauchen wir um digital fit zu werden?

Es gibt sie, die Fortbildungsangebote für Referent*innen, die uns fit machen sollen für die Erwachsenenbildung in digitalen Zeiten. Meist geht es darum, mit digitalen Komponenten den Präsenzunterricht zu bereichern. Das ist sicher gut gemeint – aber ist es auch gut gemacht?

Häufig werden Seminare zu digitalen Tools angeboten, also bestimmte digitale Werkzeuge wie Umfragetools, Etherpads etc. Selten bis gar nicht wird das Internet als Lernraum oder das Erstellen von visuellen Lernangeboten (Videos, Fotos) thematisiert.

Sind solche Fortbildungsinhalte sinnvoll?

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